Wie entstehen Holzbuchstaben?


1. Schritt: Auswahl der Holzart


Holzbuchstaben

Zunächst ein paar Gedanken zu Beginn: Welche Farbe soll der spätere Name haben, steckt ein ideeller Wert hinter dem Geschenk, der mit einer bestimmten Holzart ausgedrückt werden soll, stehen die Holzbuchstaben außen/innen, wie lässt sich das gewünschte Holz bearbeiten, kann ich das Holz beizen oder eher ölen, etc. etc.

Ihr seht, dass sich über die Auswahl und Eigenschaften der eingesetzten Holzart ein eigener Blogeintrag verfassen lässt (der in Zukunft auch so geplant ist). Wie fängt man also am besten an? In meinem Fall ist das recht einfach, da ihr mir vorgebt, welche Holzart gewünscht wird. Im folgenden Beispiel wurde Lärche gewünscht.


2. Schritt: Name auswählen und Schablone anfertigen


Holzbuchstaben

Und nu? Ganz einfach, Name auswählen und Schablone anfertigen. Die Schablone ist wichtig, damit jede Buchstabenkombination eine ähnliche Höhe und Breite aufweist. Die Schablonen habe ich aus einfach zu bearbeitendem Pappel-Holz aus dem Baumarkt hergestellt. Die Vorlage der Buchstaben (Schriftart) ist dabei so gewählt, dass alle Buchstaben ohne Hilfe selbstständig stehen. Dünne Holzbuchstaben aus "Pappe", die hinfallen wenn man sie nicht befestigt kann jeder :)

Holzbuchstaben

Sobald Holz und Name feststehen, wird der Name mittels Schablone auf das Holz übertragen. Ich achte dabei darauf, dass keine störenden Äste mit in den Buchstaben zu sehen sind. Dabei liegt die Betonung auf "störend". Ein Ast an der richtigen Stelle kann die spätere Optik positiv beeinflussen. 

Ein weiterer Punkt der bei der Positionierung der Buchstaben sehr wichtig ist, ist der Faserverlauf der Holzart. Liegen die Buchstaben kreuz und quer, wird sich der Faserverlauf der später feingeschliffenen Holzbuchstaben auch deutlich voneinander unterscheiden. Da häufig ein einheitliches Aussehen gewünscht wird, muss dies bei der Positionierung der Schablone berücksichtigt werden.

Die Schablone wird durch einen handelsüblichen Zimmermannsbleistift übertragen. 


3. Schritt: Auswahl des richtigen Werkzeuges


Dekupiersäge

Davon hängt vieles ab. Ich bevorzuge eine Dekupiersäge für alle feinen Schneidarbeiten. Das Sägeblatt wähle ich nach Holzdicke und Holzart aus. Da eine genaue Beschreibung wie ich dabei vorgehen, welche Hersteller ich bevorzuge und wie ich mit der Dekupiersäge arbeite diesen Blogeintrag sprengen würde, werde ich in naher Zukunft einen eigenen Artikel darüber verfassen. 

Nachdem das richtige Sägeblatt eingespannt und ausgerichtet wurde, kann nachfolgend der grobe Zuschnitt der einzelnen Buchstaben erfolgen.


4. Schritt: Zuschnitt der Holzbuchstaben


Zunächst säge ich jeden Buchstaben einzeln grob aus. Hierfür verwende ich ein sehr grobzahniges Sägeblatt um schnell durch das Holz zu schneiden.

Sind alle Holzbuchstaben vereinzelt, kann mit dem feinen Zuschnitt begonnen werden. Hierfür wird ein feineres Sägeblatt in die Dekupiersäge eingespannt und anschließend die vorher aufgezeichnete Bleistiftkontur abgefahren.

Je nach Sägeblatt und Schnittgeschwindigkeit können hier schon Oberflächen erzeugt werden, die kaum nachbehandelt werden müssen.

Im Bild rechts seht ihr den Feinschnitt der Holzbuchstaben. Wie euch sicher auffällt hat das "A" und das "&" einen Hohlraum, der zunächst nicht ausgesägt werden kann. 

Dies geschieht bei mir immer im zweiten Schritt. Ich bohre hierfür ein 5er Loch (so groß ist in etwa das Sägeblatt) in die späteren Hohlräume ohne dabei die zuvor eingezeichnete Bleistiftlinie zu verletzten.

Im Anschluss spanne ich das Sägeblatt aus, fädel es in die entstandene Bohrung und spanne es anschließend wieder ein. So kann die Innenkontur der Buchstaben bearbeitet werden.

Dekupiersäge
Holzbuchstaben
Holzbuchstaben
Holzbuchstaben


5. Schritt: Das große Schleifen


Nachdem alle Holzbuchstaben ausgeschnitten sind, fängt die eigentliche Arbeit erst an :) Das große Schleifen beginnt.

Da die Schleifbearbeitung von Holz eine eigene Wissenschaft für sich darstellt, gehe ich in diesem Artikel nur auf das Gröbste ein. Der Rest folgt, du hast es richtig erkannt, in einem extra Blogeintrag.

Beim Schleifen arbeite ich am Anfang je nach Ausgangsmaterial mit Schleifpapier das eine Körnung von 60 oder 80 aufweist. 

Dabei werden zunächst die groben Hobelspuren des Grundmaterials abgeschliffen. In weiteren Schleifvorgängen auf unterschiedlichen Maschinen wird die Körnung Stück für Stück auf 400 oder 800 erhöht um die Schleifriefen der jeweiligen Vorbearbeitung zu entfernen. 

Der letzte Schliff erfolgt dabei entweder mit einem Deltaschleifer oder einem Multifunktionswerkzeug. Dies ist nötig um alle Ecken, Innenkonturen und Kanten ordentlich zu bearbeiten.

 



6. Schritt: Die Ölung


Zu guter Letzt die Ölung des Holzes.

Warum ölt man eigentlich Holz? Meistens um das Holz "anzufeuern". Dabei wird die Maserung und die Farbe des Holzes nochmals hervorgerufen und die einzigartige Struktur der unterschiedlichen Holzarten kommt zur Geltung.

Je nach Holz kommen unterschiedlichen Öle zum Einsatz, wobei ich häufig auf Leinöl und Möbelhartöl zurück greife.

Die fertig zurechtgesägten und geschliffenen Buchstaben lege ich hierzu kurz in einen Behälter mit dem jeweiligen Öl und lasse das Holz mindestens eine Nacht arbeiten.

Je nach Holz kann die aufgenommene Ölmenge stark variieren, weshalb ich 24h nach der ersten Ölung prüfe ob das Holz weitere Flüssigkeit aufnehmen kann. Diesen Vorgang wiederhole ich meist 2-3 Mal bis die Buchstaben fertig sind.

 

 

Holzbuchstaben Holz ölen


This is the End


Ich hoffe ihr habt einen ersten Einblick erhalten, wie ich bei der Anfertigung eurer Wünsche vorgehe. Wenn ihr Fragen, Anregungen oder Wünsche habt,  schreibt mir einen Kommentar oder Nachricht. Ich werde versuchen in Zukunft jede Woche (oder alle zwei Wochen...) einen Blogeintrag über ein neues Thema zu schreiben. Dabei bin ich auf euren Input angewiesen also lasst es krachen und stellt eure Fragen :)

 

Viele Grüße euer Felix F.

Kommentare: 2
  • #2

    Georg (Montag, 20 Januar 2020 20:07)

    Hallo Felix,

    danke für die Bearbeitung der Bestellung und prompte Fertigstellung.
    Mir gefällt wie sich der Namenzug - in Schreibschrift - sich in die Halterung "bettet".
    Alles aus einem Guß! Klasse!
    Georg

  • #1

    Der Roland (Mittwoch, 27 März 2019 16:19)

    Hallihallo,

    danke für den Artikel. Bastle selber viel mit Holz und konnte mir einige Anregungen mitnehmen.
    Ich hätte eine spezielle Frage zu den Dekupiersägeblättern die du verwendest: Kannst du Empfehlungen bzw. Tipps geben, nach welchen Kriterien du die aussuchst? Würde mich sehr interessieren.

    Viele Grüße aus Cadolzburg,

    der Roland.